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Thema Wald LV-BN

Thema Jagd LV-BN

Wald als Kulisse für Neo-Feudaljagd?

Obwohl nicht waldgerechte Bejagung in einem Großteil der Reviere seit vielen Jahren die wesentliche Ursache dafür ist, dass die Verjüngung ohne Zaunschutz meist ohne Chance ist, glaubten wir zumindest diese Zeiten überwunden. Die jüngsten Verlautbarungen führender Jagdfunktionäre auf Kreis- und Landesebene lassen einen da nicht mehr so sicher sein. Das Vegetationsgutachten 2009 und die reale Situation in den Wäldern legen deutlich dar: in den meisten Hegegemeinschaften ist die Situation mehr oder weniger verheerend, der Tannenbonsai ist trauriges Beispiel für den wahren Waldzustand. Der Bay. Rechnungshof forderte in seinem jüngsten Bericht einmal mehr Konsequenzen, die sich mit unseren langjährigen Forderungen weitgehend decken. Dabei geht es keineswegs nur um die wirtschaftlichen Verluste der Waldbauern. Der Rehwildverbiss führt seit Jahrzehnten zu einer eklatanten Entmischung der Wälder mit entsprechender Artenverarmung und Bestandsinstabilität. Selbstverständlich leiden darunter auch viele Blütenpflanzen, flächig „geköpfter“ Türkenbund ist nur das augenfälligste Beispiel.

Und was tut die Jägerschaft bzw. der BJV? Anstatt mit Hochdruck - z. B. mit effektiveren und über’s Jahr gesehen erheblich störungsärmeren, den Dauerjagddruck mindernden Jagdmethoden wie z. B. revierübergreifenden Drückjagden - das Problem anzugehen, ergeht man sich im Verleugnen und Beschönigen der Situation. Man greift die angeblich jagdfeindliche Politik, Waldbauern, Bauernverband, BN und ÖJV unqualifiziert an. Man fordert sogar eine Umkehr vom jahrelangen gesetzlichen Grundsatz “Wald vor Wild“. Im Ergebnis heißt das, der Wald wird entgegen allen Bekundungen als Kulisse für das Ausleben des Jagdhobbys betrachtet. Die Dinkelsbühler Jägervereinigung arbeitete mit falschen Verbisszahlen, als wir das öffentlich widerlegten, war von „nur fiktiv genannten Zahlen“ die Rede... Mit der Ehrlichkeit nimmt man es offenbar ähnlich genau wie mit waldgerechter Bejagung. Das Vegetationsgutachten, will man abschaffen, man fühlt sich unangenehm ertappt anstatt es revierweise durchzuführen - dann gäbe es noch weniger Ausreden. Gegenüber jagdkritischen Beamten im Bay. Landwirtschaftsministerium fordert man „personelle Folgen“. Das weckt Assoziationen anden „Fall Müller“, den früheren Feuchtwanger Forstamtsleiter, der wegen dem Eintreten für die Ziele der Bay. Staatsregierung seinerzeit seines Amtes enthoben wurde...

Helmut Altreuther

 

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