Heide - Center Parcs

Die Heide ist gerettet – Riesenerfolg für Mensch und Natur

Über ein Jahr haben wir zusammen mit der Initiative „Rettet unsere Heide“ und dem LBV dagegen gekämpft, dass die Heide einem gigantischen Großprojekt der Freizeitindustrie geopfert wird. Am 28. Juli kam die „beste Meldung seit langem“, darin war sich der Aktivenkreis einig: „CenterParcs hat sein Vorhaben in der Heide aufgegeben“.

Faktisch hat CenterParcs damit voll bestätigt, was wir vom ersten Tag an mit vielen Fakten dargelegt haben: nämlich, dass der ökologisch sensible Standort in der Heide in vielerlei Hinsicht gänzlich ungeeignet für eine derartige Tourismusanlage ist. Angefangen von der Geschlossenheit und Ungestörtheit des größten zusammenhängenden Waldgebietes im Landkreis, dem Vorkommen seltener und störungsempfindlicher Arten bis hin zum Seeadler, dem hochsensiblen Wasserhaushalt des insgesamt wasserarmen Gebietes, dem Vorhandensein hochsensibler Biotope, wie z. B. dem Großlellenfelder Moor, den zu erwartenden Verkehrsproblemen, der Trink- und Abwasserfrage bis hin zur banalen Frage, ob nicht allein schon die Schnaken- und Bremsenplage ein Hinderungsgrund sind, wurde vieles aufgezeigt. Wie recht wir mit unserer Argumentation hatten, bestätigte CP auch mit folgender Aussage: „…von 17 ursprünglichen Pluspunkten sind im Lauf eines Jahres 11 weggebrochen…“.

Als schlechter „Verlierer“ erwies sich die Kommunalpolitik mit Landrat Schwemmbauer an der Spitze. Statt Selbstkritik dafür, dass man einseitig ein nicht genehmigungsfähiges Projekt mit allen Mitteln durchpeitschen wollte, Natur als beliebige Dispositionsmasse sah und sogar einen Wirtschaftsreferenten auf Steuerzahlerkosten für die Wegbereitung abgestellt hatte, waren unqualifizierte Schuldzuweisungen, Beschimpfungen an den Bund Naturschutz und übles Nachtreten wochenlang an der Tagesordnung. Wohltuend hoben sich davon die Reaktionen aus der Bevölkerung ab: Nach dem „Aus“ für CenterParcs haben sich etwa 50 Bürger bei BN oder BI aktiv telefonisch oder per Mail für unseren engagierten Einsatz für die Heide bedankt.

Ein starkes Zeichen hatten wir Anfang Juli mit dem „Fest für die Heide“ gesetzt, zu dessem Erfolg etwa 40 Personen aktiv beigetragen haben. Zu dem Auftakt-Gottesdienst mit Pfarrer Günther Werner, den Plädoyers für die Heide, dem Kinder- und Unterhaltungsprogramm, der Abendexkursion etc. kamen etwa 1.000 Personen.

Bei allen Rückschlägen im Naturschutz zeigt dieser Riesenerfolg, dass sich selbstloser Einsatz für den Erhalt unserer Heimat doch lohnt. Übrigens: Die Schönheiten der Heide können Sie auch auf einer DVD betrachten, die unser Mitstreiter Gerhard Marktl im Sommer erstellte. Sie ist für EUR 5,- bei der Geschäftsstelle erhältlich.

Wir nehmen gerne das Verdienst in Anspruch, mit unseren Argumenten (von denen wir kein einziges jemals zurücknehmen mussten) und dem von der Bevölkerung getragenen Widerstand unseren Teil zum Erhalt der Heide beigetragen zu haben.

Als entlarvend sieht BN-Landesbeauftragter Richard Mergner das von der FLZ zutage geförderte Bestreben von CenterParcs, vom Freistaat Bayern eine Bürgschaft von bis zu 50 Mio. EUR zu erhalten. Das sei ein unverschämtes Ansinnen und lasse die „Investition“ in einem ganz anderen Licht erscheinen. Faktisch sollten also die deutschen Steuerzahler noch in bar dafür zahlen, dass erstens ihre Heimat zerstört würde und, dass ein internationaler Großkonzern mit Sitz in Paris weitere Wettbewerbsvorteile gegenüber dem Mittelstand erhält.

Helmut Altreuther

 

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