Streuobst-Aktion 2011

Der Bund Naturschutz hat auch für diesen Herbst wieder Streuobstannahmestellen nach dem sog. Grünspecht-Aufpreismodell organisiert. Dieses wurde übrigens mit dem Naturschutzpreis des Landkreises Ansbach 2010  ausgezeichnet. Nach den Beobachtungen des BN ist die Ertragssituation in diesem Jahr örtlich sehr unterschiedlich: Während im Raum Burgbernheim manche Bäume unter der Last der Äpfel und Birnen auseinander zu brechen drohen und auch im nördlichen Landkreis Ansbach ein Teil der Bäume ordentlich tragen, ist an der westlichen Frankenhöhe zwischen Rothenburg und Schnelldorf der Behang meistens sehr schwach. Im Schnelldorfer Raum herrsche bei vielen Beständen Totalausfall. Besser sehe es wiederum meistens im südlichen Landkreis aus. Gernot Westenburger vom BN Bechhofen führt dies im Wesentlichen auf die Frostnächte Anfang Mai zurück. In den tieferen Lagen seien damals die meisten Fruchtstände erfroren, die höheren offensichtlich etwas besser davon gekommen. Im Schnitt rechnet der BN in der Region mit einer Ernte unter dem Durchschnitt. Den Reifezeitpunkt schätzt Westenburger um ein bis zwei Wochen früher als in Normaljahren ein. Darauf habe der Bund Naturschutz auch seine Annahmestellen ausgerichtet. Während in Schnelldorf in diesem Jahr gar keine Annahme statt findet, gibt es in Burgbernheim erstmals drei Annahmesamstage. Die Termine im Einzelnen: In Bechhofen (T + E-Humuswerk, 17. September und 08. Oktober), in Burgbernheim (Lagerhaus Gollisch, 10. und 24. September und 15. Oktober), in Rothenburg (Annahmestelle stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest; 17. September und 08. Oktober) und Unternbibert (Raiffeisen-Lagerhaus, 17. September und 08. Oktober), immer von 8.00 – 12.00 Uhr. Der BN bittet um Beachtung, dass beim jeweils ersten Annahmetermin ausschließlich Äpfel angenommen werden, bei den zweiten und dritten Terminen (also ab dem 24. September) sind auch getrennt gesammelte Birnen möglich.

 
Kernpunkt des BN-Konzeptes ist nach den Worten von Kreisgeschäftsführer Helmut Altreuther der „Streuobst-Pflegebeitrag“ von 3,60 EURO pro Doppelzentner (dt), den die beteiligte Mosterei, mit der der BN zusammenarbeitet, zusätzlich zum Tagespreis für ungespritzte Äpfel bezahlt. Dafür, so betont Altreuther, müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, für deren Einhaltung die Anlieferer unterschreiben müssten: Das Obst muss von Hochstamm-Obstbäumen stammen, in denen in diesem Wirtschaftsjahr kein chemischer Pflanzenschutz stattgefunden hat, es darf nur trockenes, einwandfreies Obst angeliefert werden und es müssen die Flurstücks-Nummern mit Gemarkung angegeben werden, aus denen das Obst stammt. Durch diese strengen, ökologisch orientierten Kriterien habe beim Endprodukt der Verbraucher höchstmögliche Sicherheit, ein rückstandsfrei erzeugtes Produkt zu erwerben und durch sein Konsumverhalten etwas für den Erhalt der Streuobstbestände zu tun. Die Äpfel würden von der Mosterei zum Premium-Produkt „Grünspecht-Apfelsaft“ mit Regionalbezug verarbeitet und vermarktet.

Als Hauptgrund für das Engagement des BN bei der Vermarktung verweist Altreuther auf den hohen ökologischen Wert von Streuobstbeständen, die ein typisches Element der fränkischen Kulturlandschaft seien. Dort finde man eine enorme Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren, insbesondere dann, wenn die Flächen extensiv genutzt würden. Ein einziger Apfelbaum, so hätten wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, könne mehr als 1.000 wirbellose Tierarten beherbergen. Je älter ein Obstbaum sei, desto höher sei auch sein ökologischer Wert. Wegen ihrer herausragenden ökologischen Substanz seien deshalb auch Altbäume, die keinen nennenswerten Obstertrag mehr erzielen, erhaltenswert.

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